Das Perueckengeschäft Und Der Erfolgreiche Einsatz Eines Autoresponders

Dann entdeckte ich die Möglichkeit, ganze Warenbestände von Pleite gegangenen Perückenläden aufzukaufen. Ich bezahlte Bruchteile des Preises der Manufakturen und konnte die Waren in meinen Läden mit der vollen Handelsspanne verkaufen. Dann lernte ich, dass man in Asien hergestellte Perücken importieren konnte und an andere Perückenläden in anderen Ländern verkaufen konnte. So kauften diese über mich immer noch günstiger ein, als bei den hiesigen Manufakturen.

Irgendwann lernte ich sogar, ganze Perückenlagerbestände an andere Händler zu verkaufen, ohne auch nur einen Moment Besitzer des Ware gewesen zu sein. Ich kaufte das Lager in Italien auf und die Ware wurde über eine Spedition direkt nach Deutschland gebracht. Die nicht unerhebliche Differenz zwischen Aufkauf des bankrotten Geschäftes und Weiterverkauf des Lagerbestandes ging direkt auf mein Konto. Manchmal brachte ich es sogar fertig, einfach nur Anbieter und Nachfrager zusammen zu bringen und erhielt dafür eine Provision – ganz ohne etwas zu kaufen oder zu verkaufen.
Ich tat eigentlich einfach nichts anderes, als alle Techniken anzuwenden, die ich beim Studium all der vielen Geschäftsideen gelernt hatte. Allerdings hatte ich stets mein Augenmerk ausschließlich auf mein Perückengeschäft ausgerichtet – meine Tunnel-Vision. Alles was zu meinem Geschäft passte, wurde in Angriff genommen, alles was nicht dazu passte, wurde links liegen gelassen.
Vielleicht ist Ihnen das gar nicht bewusst, aber wenn Sie sich jemals mit anderen Geschäftsideen auseinandergesetzt haben, nahmen Sie unwillkürlich unterbewusst bereits die verschiedensten Techniken und Kniffs, Ideen und Umsetzwege aufgenommen. Das können Sie alles in Ihrem eigenen Geschäft anwenden, ganz egal was es für ein Geschäft ist.

Zum Beispiel hatte ich mal vorgehabt, bei einem Geschäft einzusteigen, wo deren Ware auf Partys verkauft wurde. Nun, wie Sie mittlerweile wissen, ist es dazu nicht gekommen, aber ich hatte die Unterlagen noch und modifizierte das komplette Programm von deren Waren um auf meine Perücken und fing an, Perückenpartys zu veranstalten. Es war nicht so ungewöhnlich, dass wir an einem Abend so „nebenbei“  1.100,- Euro Gewinn machten, was damals bereits ein mehr als ordentliches Monatsgehalt darstellte.
In einem anderen Buch hatte ich gelesen, dass ein Restaurant seinen Umsatz durch einen einfachen Trick gesteigert hatte: Sie hatten das Restaurant von außen in den schreiendsten Farben angepinselt und mit  Werbesprüchen und handgemalten Zeichen versehen.
Was machte ich? Ich ließ eines meiner Läden außen in gelb, orange und rot anstreichen, nahm dazu intensive leuchtende Farben. Das Schaufenster wurde mit roten, grünen, gelben und blauen Applikationen in Kreisen angeordnet von Hand bemalt. Die farbigen Muster in knalligen Farben fanden sich außen auf den Wänden und innen im Laden. Was soll ich sagen – der Umsatz verdoppelte sich über Nacht! Verrückt – aber wahr!
Irgendwo hatte ich von einer Franchise-Kette gelesen, die ein Produkt unter dem Einstandswert hergaben und das als Köder benutzen, um Kunden ins Geschäft zu bringen.