Die Krucks Mit Dem Zweiten Standbein Aber Es Gibt Ja Den Autoresponder

Eine Woche später wissen sie nichts mehr darüber und wollen sich jetzt in einem Franchise-Unternehmen einkaufen. Dann steht plötzlich auf dem Plan, wie sie ein Mehrfamilienhaus finanzieren wollen – mit den Mieten ist dann ausgesorgt. Alles ein Klacks! Kaum zehn Tage später sind sie im Begriff ein eigenes Postversandgeschäft auf die Beine zu stellen. „Wirst sehen, die Kunden bestellen per Email und ich brauche nur die Ware zu versenden, da mache ich einen Schnitt, Dir werden die Augen übergehen.“ Bla bla bla.
Jedes neue Buch, das sie in die Finger bekommen, stellt ihnen den Traum vom schnell reich werden in noch schillernderen Farben dar, als das vorherige.
Alles und jedes wird angegangen und versucht. Jede neue Geschäftsidee wird sofort in die Tat umgesetzt – jedenfalls theoretisch! Sie schaffen es, sich irgendwie über Wasser zu halten, vielleicht haben sie sogar zeitweiligen Erfolg aber „richtiges“ Geld verdienen sie nie.
Es ist eher so, diese Leuten behalten Ihren Job bei und versuchen ständig, ein „zweites Bein auf die Erde zu bringen“. Und so tingeln sie von einer Superidee zur anderen – ohne jemals eine wirkliche Verpflichtung einzugehen.
Sie dümpeln wie ein Korken an der Oberfläche ohne Bindung, ohne Grundberührung, immer dabei aber niemals richtig drin im Geschäft, immer auf der Suche dem „Über-Nacht-Erfolg“. Wenn die nicht ihren normale Arbeitsstelle hätten, deren Familien würden regelrecht am Hungertuch nagen.

Wenn es dagegen ein Jungunternehmer  von Anfang an schafft, die Tunnel-Vision aufzubauen und in seinem Focus das Ziel ‚den Erfolg, das Geld- verdienen’ hat, kriegt er das in den allermeisten Fällen auch hin.

Darf ich Ihnen das einmal anhand einer wahren Begebenheit näher auseinandersetzen. Meine eigene Geschichte über mein erstes erfolgreiches Unternehmen, auf dem ich nach und nach mein eigenes kleines Imperium aufgebaut habe.
Bereits mit zwölf Jahren habe ich angefangen, Erfolgsgeschichten von anderen Menschen zu lesen. Mit jedem neuen Artikel, jedem neuen Buch entdeckte ich eine weitere Möglichkeit, wie man rasch zu Geld und Ruhm kommen kann. Als Halbstarker hatte ich den Kopf voller Flausen und jagte der Idee hinterher, die ich gerade gelesen hatte, um da schnell ein Vermögen zu machen. Aber irgendwie schienen die Kirschen in Nachbars Garten immer roter zu sein, als die im eigenen.

Die Idee, die im nächsten Buch geschildert wurde, klang immer vielversprechender, als die gerade angefasste. Ich glaube in einem halben Jahr hatte ich achtmal das Spielfeld gewechselt und natürlich keinen roten Heller verdient – im Gegenteil.
Anfang der 80iger Jahre – sozusagen als Ergebnis meines ganzen Lesens und Studierens von erfolgversprechenden Geschäftsideen und – das will ich gar nicht verschweigen – auch aufgrund des Drängens meiner Frau – eröffnete ich ein kleines eigenes Geschäft für Damenperücken. In dem Buch stand sehr einleuchtend beschrieben, dass man zukünftig mit dem Vertrieb von Damenperücken „echtes“ Geld machen kann.
Ein paar Monate gingen ins Land und mir fiel ein anderes Buch in die Hände und ich sah die Zeit gekommen, einen neuen Weg einzuschlagen, der schneller zum Erfolg führen sollte. Denn seien wir mal ehrlich, ich hatte diesen Laden gemietet, die Perücken gekauft, aber vor meinem Geschäft konnte man nicht gerade einen Trampelpfad entdecken, der von Kunden stammte.